Resilienz-Workshop für sozial-ökologisch aktive Menschen

Lerne Methoden für regeneratives Engagement und soziale Permakultur kennen

18. - 21.05.23  |  Zierenberg (bei Kassel)

 

In Kooperation mit Begegnungsraum Lebensbogen und Linden-Institut

“I want us to treat the crisis like a crisis” 

„Ich will, dass wir die Krise auch wie eine Krise behandeln“

 

(Greta Thunberg)

Intro:

Der Realität von Klimakrise, Massenaussterben der Arten und anderen sozial-ökologischen Dilemmata unserer Zeit bewusst ins Auge zu schauen, stellt Menschen vor schwerwiegende emotionale Herausforderungen. Neben einer ganzen Reihe anderer Krisen schwebt die Klimakrise wie ein Damokles-Schwert über unseren Köpfen. Typische kollektive Verdrängungsmechanismen sind z.B. Ablenkung, Verleugnung, Hyperaktivität oder „spiritual bypassing“¹. Wie lassen sich solche überwältigenden Krisen als Chance oder als Wendepunkt nutzen? Was könnten positive Narrative sein, die Sinngebung und Verbundenheit ermöglichen? Welche Weiterentwicklung erfordern die kollektiven Krisen von uns als Individuen und als Gemeinschaft?

 

Engagement in jeglicher Form kann dabei helfen, mit den dunklen Realitäten unserer Zeit zurechtzukommen und Lösungen zu entwickeln. Aber auf Dauer gehen Kraft und Leidenschaft angesichts negativer globaler Entwicklungen oft verloren. Ein anfangs enthusiastischer Tatendrang führt sozial-ökologisch engagierte Menschen oftmals in Burn-outs, Depression, Antriebs- oder Sinnlosigkeit. Wir können aus Überforderung leicht in Hyperaktivismus oder Starre verfallen, welches dysfunktionale Verhaltensmuster darstellen.

 

Folgende Leitfragen dienen uns im Workshop als Orientierung:

  • Wie kann es gelingen, sich selbst und andere in regeneratives Engagement zu begleiten, anstatt langsam auszubrennen?
  • Was kann dauerhaft Kraft spenden und was blockiert Engagement?
  • Wie können wir unser inneres Gleichgewicht für sinnvolles Engagement kultivieren und unsere Resilienz stärken?
  • Was ist unsere individuelle Möglichkeit, unser Potenzial für die Gemeinschaft?
  • An welchen Stellen ist es sinnvoll, aktiv zu werden und wann auch gerade nicht? Aus welcher Motivation heraus handeln Menschen dabei? Sind wir dabei verbunden mit unserem ganzen Sein?
  • Wie können wir sichere Räume gestalten, in denen Menschen ihre Gefühle im Angesicht der Klimakrise und dem Zustand unserer Welt wahrnehmen und ausdrücken können?

Wenn wir uns selbst erforschen und uns anderen in unserem ganzen Sein mitteilen, entstehen Verbundenheit und neue Perspektiven. In diesem Workshop beschäftigen wir uns damit, wie du deine Resilienz gemeinsam mit anderen stärken kannst und mit den Menschen deiner Initiative authentisch Verantwortung übernehmen kannst. Dabei orientieren wir uns an Joanna Macy’s Work that Reconnects und naturverbundener Prozessbegleitung in der Tradition der School of Lost Borders.

 

Ein Workshop für Aktivist*innen, Engagierte und Menschen, die andere in ihrem Engagement unterstützen oder selbst aktiv werden wollen.

Zielsetzung:

Die Teilnehmenden stärken ihre Resilienz durch Selbsterfahrung und vertieftes Selbstverstehen, durch gemeinsamen Austausch und durch Naturverbindung. Sie können die erlernten Methoden im Alltag für sich anwenden und in ihren Initiativen im Rahmen ihrer individuellen Vorerfahrung in Gruppenarbeit ansatzweise erproben oder anwenden.

Der viertägige Workshop beinhaltet vielfältige Einzelübungen in der Natur sowie auch vielfältigen Austausch in der Gruppe (Redekreise, offener Austausch, Council), Übungen in Kleingruppen und Inputs zum Thema Tiefenökologie und Resilienz von der Kursleitung mit anschließendem Austausch. Die angewendeten Methoden haben ihren Hintergrund in der Tiefenökologie nach Joana Macy, der naturverbundenen Prozessbegleitung in der Tradition der School of Lost Borders, der Wildnispädagogik und in der Arbeit der Psychologists/Psychotherapists for Future.

 

Der Workshop findet im Tagungshaus Lebensbogen bei Kassel statt. Dort gibt es gute Möglichkeiten, Naturverbindung auf dem Gelände und in der Umgebung zu erfahren, wo sich auch der Kraftort Helfensteine befindet.


Kursleitung:

Sarah Daum

Sarah ist Geoökologin M. Sc., sie engagiert sich seit 20 Jahren in sozialökologischen Initiativen und gründete dafür verschiedene Organisationen mit (u.a. Transition Town Initiative Tübingen, Klimagarten Tübingen, Permakultur-Bildungszentrum Alpine Permakultur Schweibenalp, Ernährungsrat Freiburg und Region). Sie leitet seit 10 Jahren Naturverbindungs- und Permakulturseminare. Sie begleitet Menschen bei Entwicklungs- und Übergangsprozessen in der Natur und in Gemeinschaft. Sie lernte bei verschiedenen naturverbundenen Weisheitslehrer*innen weltweit (u. a. School of Lost Borders/Visionssuche, Jon Young/Naturmentoring, Tradition der Weisen Frauen Europas). Weiterbildungenen in Wildnispädagogik, Tiefenökologie, naturverbundenem Leadership sowie in Kurzzeittherapie und trauma-informed leadership.

Bijan Ghaffari-Tabrizi
Bijan hat einen M.A. in Bewegungswissenschaft und erforschte einige Jahre lang an der Uni Hamburg die Wirkung von Naturerfahrungen auf die menschliche Psyche. War aktiv für Extinction Rebellion (AG Regenerative Kulturen) und engagiert sich für sozial-ökologische Gemeinschaftsprojekte. Liebt die Weisheiten von Meditation, Buddhismus, Sufis und Poesie. Weiterbildungen in Wildnispädagogik Joanna Macy‘s „Work that Reconnects“ und Deep Adaptation. Ist Visionssucheleiter i.A., Trainer für Gewaltfreie Kommunikation und macht eine Ausbildung als Gestalttherapeut. Leitet seit 2015 tiefenökologische Wildnisseminare in der zauberhaften Natur Südnorwegens.

Anmeldung:

Kosten:

350 Euro Teilnahmegebühren

zzgl. insgesamt 90 Euro Verpflegung und 30 Euro Camping im eigenen Zelt oder 77 Euro Übernachtung im Mehrbettzimmer

 

Kursort:

Tagungshaus Lebensbogen in Zierenberg bei Kassel: https://lebensbogen.org/

 

Anmeldung:

Anmeldefrist 30.4.2023, danach sind Plätze nur noch je nach Buchungsstand frei.

Anmeldungen an veranstaltung@projekt-lebensbogen.de

Es gelten die AGB des Verein und Tagungshaus Lebensbogen.